Knoblauch gehört zu den dankbarsten Kulturen im Gemüsegarten. Er braucht wenig Platz, kaum Pflege und lässt sich gut lagern. Den größten Ertrag bringt er, wenn Sie die Zehen im Herbst in die Erde bringen. Die Pflanzen bewurzeln sich noch vor dem Winter, überstehen Frost problemlos und starten im Frühjahr mit einem deutlichen Wachstumsvorsprung.
Warum der Herbst die beste Pflanzzeit ist
Knoblauch benötigt eine Kälteperiode, damit sich die Knolle später in einzelne Zehen teilt. Fachleute sprechen von Vernalisation. Gesteckt im Herbst, erhalten die Pflanzen diesen Kältereiz ganz natürlich über mehrere Wochen bei Temperaturen unter etwa 10 °C. Im Frühjahr gesteckter Knoblauch bleibt dagegen oft kleiner, manchmal bildet er sogar nur eine einzige runde Zehe.
Der ideale Zeitraum reicht von Mitte September bis Mitte November. Wichtig ist, dass die Zehen vor dem ersten dauerhaften Bodenfrost noch zwei bis vier Wochen Zeit zum Einwurzeln haben. In milden Regionen können Sie auch noch Ende November stecken, solange der Boden offen ist.
Pflanzgut und Standort
Verwenden Sie Pflanzknoblauch aus dem Fachhandel oder Zehen aus eigener, gesunder Ernte. Knoblauch aus dem Supermarkt stammt oft aus südlichen Anbaugebieten, ist nicht an unser Klima angepasst und gelegentlich keimgehemmt behandelt. Zudem kann er Viren übertragen.
Für die Herbstpflanzung eignen sich vor allem winterharte Sorten. Man unterscheidet zwei Gruppen:
- Hartstieliger Knoblauch bildet einen festen Blütenschaft, ist sehr frosthart und aromatisch, lässt sich aber meist nur sechs bis acht Monate lagern.
- Weichstieliger Knoblauch treibt keinen oder nur selten einen Schaft, hat mehr Zehen pro Knolle und hält sich bis zu zehn Monate. Er eignet sich gut zum Flechten von Zöpfen.
Der Standort sollte sonnig und warm sein. Ideal ist ein lockerer, gut durchlässiger und humoser Boden. Staunässe führt im Winter rasch zu Fäulnis. Auf schweren Lehmböden hilft es, etwas Sand einzuarbeiten oder auf einem leicht erhöhten Dammbeet zu pflanzen. Frischen Mist vertragen Lauchgewächse nicht; eine Gabe reifer Kompost von etwa zwei Litern pro Quadratmeter genügt völlig.
Achten Sie auf die Fruchtfolge: Auf derselben Fläche sollten drei bis vier Jahre lang keine Lauchgewächse wie Zwiebeln, Porree oder Schnittlauch gestanden haben.
So stecken Sie Knoblauch richtig
Zerlegen Sie die Knolle erst kurz vor dem Pflanzen in einzelne Zehen und verwenden Sie nur die großen, äußeren. Die kleinen Zehen aus der Mitte bringen kleine Knollen und gehören besser in die Küche.
- Lockern Sie das Beet etwa 20 cm tief und entfernen Sie Wurzelunkräuter.
- Ziehen Sie Reihen im Abstand von 25 bis 30 cm.
- Setzen Sie die Zehen mit der Spitze nach oben im Abstand von 10 bis 15 cm in die Reihe.
- Die Pflanztiefe beträgt etwa 4 bis 6 cm, sodass über der Spitze noch 3 bis 5 cm Erde liegen.
- Drücken Sie die Erde leicht an. Gießen ist nur bei sehr trockenem Boden nötig.
Eine dünne Mulchschicht aus Laub oder Stroh von 3 bis 5 cm schützt in rauen Lagen vor Kahlfrösten und verhindert, dass Frost die Zehen aus dem Boden hebt. Entfernen Sie die Abdeckung im März, damit sich der Boden schneller erwärmt.
Pflege im Frühjahr
Ab März wächst der Knoblauch zügig weiter. Halten Sie das Beet unkrautfrei, denn Knoblauch verträgt Konkurrenz schlecht. Hacken Sie vorsichtig und flach, die Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche. Im April und Mai braucht die Pflanze gleichmäßige Feuchtigkeit, ab Mitte Juni sollten Sie das Gießen einstellen, damit die Knollen ausreifen und lagerfähig werden.
Bildet hartstieliger Knoblauch im Juni einen Blütenschaft, schneiden Sie ihn ab, sobald er sich einmal eingerollt hat. Die Pflanze steckt ihre Kraft dann in die Knolle. Die zarten Schäfte schmecken angebraten mild nach Knoblauch.
Achten Sie auf Rost, erkennbar an orangefarbenen Pusteln auf den Blättern. Ein luftiger Stand und ausreichende Pflanzabstände beugen vor. Befallene Blätter entfernen Sie und entsorgen sie über den Hausmüll.
Ernte und Trocknung im Juli
Herbstknoblauch ist meist im Juli erntereif. Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn etwa ein Drittel bis die Hälfte der Blätter gelb geworden ist. Warten Sie nicht, bis das gesamte Laub abgestorben ist, sonst platzen die Hüllen auf und die Knollen lassen sich schlechter lagern.
Lockern Sie die Erde mit einer Grabegabel und ziehen Sie die Pflanzen vorsichtig heraus. Schütteln Sie die Erde ab, lassen Sie Laub und Wurzeln aber zunächst dran. Anschließend trocknen die Knollen zwei bis drei Wochen an einem luftigen, schattigen und regengeschützten Ort. Direkte Sonne kann die Zehen verbrennen. Danach kürzen Sie Wurzeln und Laub oder flechten weichstielige Sorten zu Zöpfen. Gelagert wird kühl, trocken und dunkel bei etwa 5 bis 15 °C.
Das Wichtigste in Kürze
- Stecken Sie Knoblauch von Mitte September bis Mitte November.
- Nur große, gesunde Zehen von Pflanzknoblauch verwenden.
- Reihenabstand 25 bis 30 cm, Abstand in der Reihe 10 bis 15 cm.
- Pflanztiefe 4 bis 6 cm, Spitze nach oben.
- Sonniger Platz, durchlässiger Boden, kein frischer Mist.
- Ab Mitte Juni nicht mehr gießen, Blütenschäfte entfernen.
- Ernten, wenn ein Drittel bis die Hälfte des Laubs vergilbt ist, meist im Juli.
- Zwei bis drei Wochen luftig und schattig trocknen.
