Nach der letzten Ernte beginnt für das Hochbeet die wichtigste Phase des Jahres. Im Herbst fällt reichlich Material an, mit dem Sie abgesackte Schichten ergänzen können. Gleichzeitig schützen Sie die Erde vor Auswaschung und das Bodenleben vor Kahlfrost. Wer jetzt gründlich arbeitet, startet im Frühjahr mit einem nährstoffreichen, lockeren Beet.
Abräumen und Zustand prüfen
Ernten Sie zuerst alle Gemüse, die keinen Frost vertragen, und ziehen Sie abgetragene Pflanzen heraus. Gesunde Pflanzenreste dürfen zerkleinert auf dem Beet bleiben oder wandern auf den Kompost. Kranke Pflanzen, etwa Tomaten mit Kraut- und Braunfäule oder Kohl mit Kohlhernie, gehören dagegen in die Biotonne.
Prüfen Sie anschließend, wie weit die Füllung abgesackt ist. Im ersten und zweiten Jahr verliert ein klassisch geschichtetes Hochbeet durch die Zersetzung der organischen Schichten meist 10 bis 20 cm an Höhe. Das ist normal und erwünscht, denn genau dieser Abbau setzt die Nährstoffe frei, die das Gemüse nutzt.
Der richtige Schichtaufbau
Wenn Sie ein neues Hochbeet befüllen oder ein altes komplett erneuern, ist der Herbst ideal. Bis zum Frühjahr hat sich die Füllung gesetzt. Bei einer Gesamthöhe von etwa 80 cm hat sich folgender Aufbau bewährt, von unten nach oben:
- Ein engmaschiges, verzinktes Drahtgitter mit etwa 13 mm Maschenweite schützt vor Wühlmäusen.
- Grobes Material wie Äste, Zweige und Strauchschnitt, etwa 25 bis 30 cm hoch, sorgt für Drainage und Belüftung.
- Umgedrehte Grassoden, Laub oder Häckselgut bilden eine 15 bis 20 cm starke Zwischenschicht.
- Halbreifer Kompost oder gut verrotteter Mist liefert auf 15 bis 20 cm die Nährstoffbasis.
- Feiner, reifer Kompost gemischt mit Gartenerde bildet die oberste Schicht von 15 bis 25 cm.
Bei flacheren Hochbeeten verringern Sie vor allem die untere Astschicht. Die oberste Pflanzschicht sollte nicht dünner als 15 cm sein, damit auch Wurzelgemüse genug Raum findet.
Abgesackte Beete auffüllen
Bei bestehenden Beeten reicht es meist, die abgesackte Höhe zu ergänzen. Arbeiten Sie dazu in zwei Schritten. Zuerst geben Sie eine Lage Herbstlaub oder grob zerkleinerte Pflanzenreste auf die vorhandene Erde, etwa 5 bis 10 cm hoch. Darauf folgen halbreifer Kompost und zuletzt eine Schicht reifer Kompost mit Erde. So entsteht im Kleinen wieder ein Schichtaufbau, der über den Winter weiter verrottet.
Laub von Walnuss, Eiche und Kastanie enthält viele Gerbstoffe und zersetzt sich langsam. Mischen Sie es nur in kleinen Mengen unter. Gut geeignet ist das Laub von Obstgehölzen, Ahorn, Birke oder Linde.
Erde schützen: Mulch oder Gründüngung
Offene Erde ist im Winter Regen, Wind und Frost schutzlos ausgesetzt. Nährstoffe werden ausgewaschen und die Krume verschlämmt. Decken Sie die Oberfläche deshalb ab. Sie haben zwei Möglichkeiten:
- Eine Mulchschicht aus Laub, Stroh oder Grasschnitt, 5 bis 10 cm hoch, hält die Erde feucht und schützt Regenwürmer und Mikroorganismen. Im Frühjahr wird sie eingearbeitet oder abgerecht.
- Eine Gründüngung wie Gelbsenf oder Phacelia, ausgesät bis spätestens Mitte September, friert im Winter ab und hinterlässt eine schützende Pflanzendecke. Auf Beeten mit Kohl sollten Sie Senf meiden, da er ebenfalls ein Kreuzblütler ist.
Damit Wind das Laub nicht verweht, legen Sie ein paar Zweige darüber. Im Oktober können Sie in die Mulchschicht hinein noch Knoblauch stecken oder winterharten Feldsalat als Kultur weiterführen.
Holz, Folie und Bewässerung kontrollieren
Hochbeete aus Holz arbeiten mit Feuchtigkeit und Frost. Kontrollieren Sie im Herbst die Verschraubungen und ziehen Sie lose Schrauben nach. Die Innenseite sollte mit einer Noppenbahn ausgekleidet sein, deren Noppen zum Holz zeigen. Ist die Folie eingerissen, tauschen Sie sie beim nächsten Neubefüllen aus. Außen behandeln Sie unbehandeltes Holz bei Bedarf mit einem Öl auf Pflanzenbasis. Lasieren Sie dabei nie die Innenseite.
Eine Tropf- oder Perlschlauchbewässerung muss vor dem ersten Frost entleert werden. Schrauben Sie die Leitungen ab, lassen Sie das Wasser vollständig auslaufen und lagern Sie Verteiler und Steuergeräte frostfrei. Gefrierendes Wasser sprengt Kupplungen und Ventile.
Wenn Sie im Hochbeet überwinternde Kulturen wie Feldsalat, Wintersalate oder Spinat haben, lohnt sich ein Aufsatz mit Folie oder Doppelstegplatten. Bei Temperaturen unter minus 5 °C legen Sie zusätzlich ein Vlies auf. An sonnigen Tagen über 5 °C müssen Sie lüften, sonst bilden sich Pilzkrankheiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Abgetragene Pflanzen entfernen, kranke Reste über die Biotonne entsorgen.
- Rechnen Sie mit 10 bis 20 cm Absackung pro Jahr in den ersten Jahren.
- Neubefüllung von unten: Gitter, Äste, Laub oder Soden, grober Kompost, feiner Kompost mit Erde.
- Die oberste Pflanzschicht sollte mindestens 15 cm stark sein.
- Erde über Winter mit 5 bis 10 cm Mulch oder einer abfrierenden Gründüngung bedecken.
- Holz und Folie prüfen, Bewässerung vor dem ersten Frost entleeren.
