Gemüse & Obst

Obstbäume im Herbst pflanzen: Wurzelware richtig setzen

Wurzelnackte Obstbäume sind günstig und wachsen im Herbst besonders gut an. So bereiten Sie Pflanzloch, Wurzeln und Stützpfahl richtig vor.

Pflanzen

Zeitraum: März, Oktober, NovemberJFMAMJJASOND

Matthias Brecht

1. Oktober 2026

4 Min. Lesezeit

Junger Baum wird in den Boden gepflanzt

Von Ende Oktober bis in den November hinein beginnt die Saison für wurzelnackte Obstbäume. Baumschulen roden die Gehölze, sobald sie ihr Laub abgeworfen haben, und bieten sie ohne Topf und Erdballen an. Diese Wurzelware ist preiswerter als Containerware, bietet eine größere Sortenauswahl und wächst bei richtiger Pflanzung ausgezeichnet an.

Warum der Herbst ideal ist

Im Herbst ist der Boden noch warm und feucht. Ein frisch gepflanzter Baum bildet bis zum Frost bereits feine Faserwurzeln und kann im Frühjahr sofort durchstarten. Bei Frühjahrspflanzungen fehlt diese Zeit, und die Bäume leiden häufiger unter Trockenheit im ersten Sommer.

Gepflanzt wird, sobald die Bäume blattlos sind und der Boden frostfrei ist, in der Regel zwischen Ende Oktober und Ende November. Auf sehr schweren, nassen Böden und in rauen Lagen kann eine Pflanzung im März sinnvoller sein. Pfirsich und Aprikose setzen Sie wegen ihrer Frostempfindlichkeit grundsätzlich lieber im Frühjahr.

Standort, Unterlage und Abstand

Obstbäume brauchen einen sonnigen Platz und einen tiefgründigen, humosen Boden ohne Staunässe. Pflanzen Sie keinen Apfel an eine Stelle, an der zuvor ein Apfel oder eine andere Kernobstart stand. Rosengewächse reagieren dort mit Bodenmüdigkeit und wachsen schlecht. Ist das nicht zu vermeiden, tauschen Sie die Erde im Pflanzbereich großzügig aus.

Die Wuchsstärke hängt vor allem von der Unterlage ab, auf die die Sorte veredelt ist. Planen Sie die Abstände entsprechend:

  • Spindelbaum auf schwach wachsender Unterlage: 1,5 bis 2,5 m.
  • Buschbaum: 3 bis 4 m.
  • Halbstamm: 5 bis 6 m.
  • Hochstamm auf Sämlingsunterlage: 8 bis 10 m.

Kleine Gärten profitieren von schwach wachsenden Unterlagen. Diese wurzeln allerdings flach und brauchen dauerhaft einen Pfahl.

Wurzeln vorbereiten und Pflanzloch ausheben

Die Wurzeln von Wurzelware dürfen nie austrocknen. Stellen Sie den Baum direkt nach dem Kauf für zwei bis zwölf Stunden in einen Eimer mit Wasser. Kann er nicht sofort gepflanzt werden, schlagen Sie ihn schräg in lockere Erde ein und bedecken die Wurzeln vollständig.

Vor dem Pflanzen schneiden Sie beschädigte und geknickte Wurzeln bis ins gesunde Gewebe zurück. Die Spitzen der dickeren Wurzeln kürzen Sie leicht an, das regt die Bildung neuer Feinwurzeln an.

Das Pflanzloch sollte deutlich größer als der Wurzelballen sein, in der Praxis etwa 60 mal 60 cm und 40 cm tief. Lockern Sie die Sohle zusätzlich mit der Grabegabel. In Gebieten mit Wühlmäusen setzen Sie einen Korb aus unverzinktem Drahtgeflecht ein. Er schützt die Wurzeln in den ersten Jahren und rostet später von selbst durch.

Schritt für Schritt pflanzen

  1. Schlagen Sie den Stützpfahl vor dem Einsetzen des Baumes ein, damit keine Wurzeln verletzt werden. Er steht auf der Westseite, also in Hauptwindrichtung, etwa 10 cm vom späteren Stamm entfernt.
  2. Mischen Sie den Aushub mit etwa einem Drittel reifem Kompost. Torf und mineralischer Dünger gehören nicht ins Pflanzloch.
  3. Setzen Sie den Baum so ein, dass die Veredlungsstelle, erkennbar als Verdickung am unteren Stamm, etwa eine Handbreit über dem Boden liegt. Sitzt sie zu tief, bildet die Edelsorte eigene Wurzeln und die Wirkung der Unterlage geht verloren.
  4. Füllen Sie die Erde ein und rütteln Sie den Baum dabei leicht, damit sich die Erde zwischen die Wurzeln legt.
  5. Treten Sie die Erde vorsichtig fest und formen Sie einen Gießrand.
  6. Gießen Sie mit 10 bis 20 Litern Wasser kräftig an, auch wenn der Boden feucht ist. Dieses Einschlämmen schließt Hohlräume.
  7. Binden Sie den Stamm mit einem Kokosstrick in Form einer Acht an den Pfahl. Die Bindung sitzt knapp unterhalb der Krone und darf nicht einschnüren.

Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub hält die Baumscheibe feucht und frostfrei. Halten Sie die Baumscheibe mit etwa 1 m Durchmesser in den ersten Jahren frei von Rasen.

Pflanzschnitt im Frühjahr

Bei der Herbstpflanzung erfolgt der Pflanzschnitt erst im zeitigen Frühjahr, etwa im Februar oder März. Wählen Sie den Mitteltrieb und drei bis vier gut verteilte Seitentriebe als Leitäste aus. Konkurrierende Triebe entfernen Sie. Die Leitäste kürzen Sie um etwa ein Drittel, und zwar so, dass ihre Spitzen auf gleicher Höhe enden. Der Mitteltrieb bleibt eine Handbreit darüber. Dieser Schnitt bringt Wurzeln und Krone ins Gleichgewicht und legt das Gerüst für die nächsten Jahrzehnte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wurzelware pflanzen Sie von Ende Oktober bis Ende November bei frostfreiem Boden.
  • Wurzeln vor dem Pflanzen zwei bis zwölf Stunden wässern, beschädigte Wurzeln einkürzen.
  • Pflanzloch etwa 60 mal 60 cm groß und 40 cm tief, Sohle lockern.
  • Pfahl vorher auf der Westseite einschlagen.
  • Veredlungsstelle eine Handbreit über dem Boden.
  • Mit 10 bis 20 Litern einschlämmen.
  • Pflanzschnitt im Februar oder März.
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