Wenn Geranien und Petunien ausgedient haben, müssen Balkonkästen nicht leer bleiben. Mit Heide, Gräsern und immergrünen Begleitern lassen sich Kästen bepflanzen, die von Oktober bis ins Frühjahr ansehnlich bleiben. Damit das gelingt, kommt es auf die Pflanzenauswahl, das passende Substrat und den Schutz der Wurzeln vor Frost an.
Die richtige Heide auswählen
Nicht jede Heide, die im Herbst im Handel steht, ist winterhart. Achten Sie beim Kauf auf den botanischen Namen.
- Besenheide (Calluna vulgaris): heimisch und winterhart. Besonders beliebt sind sogenannte Knospenblüher, deren Blüten sich nicht öffnen und deshalb bis in den Winter farbig bleiben.
- Schneeheide (Erica carnea): blüht je nach Sorte von Dezember bis April, ist sehr frosthart und verträgt im Gegensatz zur Besenheide auch etwas Kalk.
- Englische Heide (Erica x darleyensis): ähnlich robust wie die Schneeheide, wird etwas höher und blüht ab Spätwinter.
- Glockenheide (Erica gracilis): stammt aus Südafrika und ist nicht winterhart. Sie hält auf dem Balkon nur bis zu den ersten stärkeren Frösten und eignet sich allenfalls als Herbstdekoration.
Gräser und Begleitpflanzen
Gräser bringen Struktur und Bewegung in den Kasten. Gut geeignet sind immergrüne Seggen (Carex) mit grünen, weiß gerandeten oder bronzefarbenen Blättern sowie der Blauschwingel (Festuca glauca), dessen graublaue Horste einen schönen Kontrast zur Heide bilden. Beide bleiben kompakt und benötigen wenig Pflege.
Als Begleiter eignen sich Pflanzen, die ihr Laub im Winter behalten oder durch Früchte auffallen:
- Purpurglöckchen (Heuchera) mit roten, violetten oder bernsteinfarbenen Blättern
- Scheinbeere (Gaultheria procumbens) mit leuchtend roten Beeren
- Skimmie (Skimmia japonica) mit dekorativen Knospen, die im Frühjahr aufblühen
- Kleinblättriger Efeu als Ampel am Kastenrand
- Christrose (Helleborus niger), die je nach Witterung ab Dezember blüht
Beachten Sie, dass Besenheide, Scheinbeere und Skimmie ein saures Substrat bevorzugen. Kombinieren Sie sie daher nicht mit Pflanzen, die Kalk benötigen.
Kasten, Erde und Pflanzung
Für eine Winterbepflanzung sollte der Kasten mindestens 15, besser 20 Zentimeter tief sein. Je mehr Erdvolumen vorhanden ist, desto langsamer friert der Wurzelballen durch. Abzugslöcher im Boden sind Pflicht, denn im Winter ist Staunässe gefährlicher als Frost. Eine 2 bis 3 Zentimeter hohe Drainageschicht aus Blähton oder grobem Kies leitet überschüssiges Wasser ab.
Als Substrat empfiehlt sich für Heide und Gaultheria Rhododendronerde mit einem pH-Wert von etwa 4,5 bis 5,5. Für Gräser und Purpurglöckchen reicht hochwertige Kübelpflanzenerde. Mischen Sie beide, wenn die Pflanzen in einem Kasten stehen sollen, und setzen Sie die säureliebenden Arten in die Mitte.
- Drainageschicht einfüllen und mit einem Vlies abdecken, damit keine Erde in den Blähton rieselt.
- Kasten zu etwa zwei Dritteln mit Erde füllen.
- Pflanzen vor dem Einsetzen gründlich wässern, trockene Ballen am besten einige Minuten in einen Eimer Wasser tauchen.
- Pflanzen eng setzen, mit etwa 10 bis 15 Zentimetern Abstand. Im Winter wachsen sie kaum, eine dichte Pflanzung wirkt sofort geschlossen.
- Zwischenräume mit Erde auffüllen, leicht andrücken und kräftig angießen. Oben einen Gießrand von 1 bis 2 Zentimetern frei lassen.
Der beste Pflanzzeitpunkt ist September bis Anfang November. Dann ist der Boden noch warm genug, damit die Pflanzen einwurzeln, bevor stärkerer Frost einsetzt.
Für die Gestaltung hat sich eine einfache Aufteilung bewährt: ein oder zwei Gräser als höhere Elemente in der Mitte oder an den Enden, Heide und Purpurglöckchen als Füllpflanzen und Efeu am vorderen Rand. In einem Kasten von 80 Zentimetern Länge finden so etwa sechs bis acht Pflanzen Platz.
Pflege über den Winter
Die größte Gefahr für immergrüne Pflanzen im Kasten ist nicht die Kälte, sondern Trockenheit. An sonnigen Wintertagen verdunsten die Blätter Wasser, während der gefrorene Ballen keines nachliefern kann. Diese sogenannte Frosttrocknis zeigt sich an braunen, vertrockneten Blättern. Gießen Sie deshalb an frostfreien Tagen, sobald sich die Erde trocken anfühlt. Unter einem Dachvorsprung erreicht Regen die Kästen oft gar nicht.
Bei Dauerfrost unter minus 10 °C können Sie die Kästen mit Jute oder Vlies umwickeln. Kästen auf dem Boden stellen Sie auf Holzleisten oder eine Styroporplatte, damit die Kälte nicht von unten eindringt. Dünger benötigen die Pflanzen bis zum Frühjahr nicht. Im März können Sie die Besenheide um etwa ein Drittel zurückschneiden, damit sie kompakt bleibt, und die Pflanzen anschließend in den Garten oder größere Gefäße umsetzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Nur winterharte Heide verwenden: Calluna vulgaris, Erica carnea oder Erica x darleyensis, nicht Erica gracilis.
- Kästen mit mindestens 15 bis 20 Zentimetern Tiefe und Abzugslöchern wählen.
- Für Heide saure Rhododendronerde mit pH 4,5 bis 5,5 verwenden.
- Dicht pflanzen, mit 10 bis 15 Zentimetern Abstand, am besten von September bis Anfang November.
- An frostfreien Tagen gießen, um Frosttrocknis zu vermeiden.
