Eine Hecke schützt vor Blicken, bremst Wind und bietet Vögeln und Insekten Nahrung und Unterschlupf. Anders als ein Zaun wächst sie mit der Zeit dichter und wird schöner. Welche Art zu Ihnen passt, hängt vom Standort, vom gewünschten Sichtschutz im Winter und vom Pflegeaufwand ab. Der Herbst ist die beste Zeit, um eine neue Hecke zu pflanzen.
Laubabwerfend, aber dicht: Hainbuche und Rotbuche
Die Hainbuche, Carpinus betulus, ist eine der robustesten Heckenpflanzen. Sie wächst auf fast allen Böden, verträgt Sonne und Schatten und ist außerordentlich schnittverträglich. Ein jährlicher Zuwachs von 30 bis 50 cm sorgt für schnellen Sichtschutz. Ihr Laub verfärbt sich im Herbst gelbbraun und bleibt bei geschnittenen Hecken oft bis zum Frühjahr trocken am Strauch hängen. So bietet sie auch im Winter teilweise Sichtschutz.
Die Rotbuche, Fagus sylvatica, verhält sich ähnlich, hält ihr Laub aber noch zuverlässiger. Sie bevorzugt frische, durchlässige Böden und verträgt weder Staunässe noch starke Verdichtung. Sie wächst etwas langsamer, etwa 20 bis 40 cm pro Jahr.
Immergrün und heimisch: Eibe und Liguster
Die Eibe, Taxus baccata, ist die beste heimische immergrüne Heckenpflanze. Sie wächst in Sonne und tiefem Schatten, ist sehr langlebig und treibt auch nach starkem Rückschnitt aus altem Holz wieder aus. Ihr Nachteil ist das langsame Wachstum von etwa 10 bis 20 cm pro Jahr und der höhere Preis. Alle Teile außer dem roten Samenmantel sind stark giftig.
Der Gewöhnliche Liguster, Ligustrum vulgare, ist wintergrün. Je nach Sorte und Witterung behält er sein Laub bis weit in den Winter, bei strengem Frost wirft er es teilweise ab. Er wächst 30 bis 50 cm pro Jahr, verträgt Trockenheit und ist schnittfest. Die weißen Blüten im Juni werden von Insekten stark besucht, die schwarzen Beeren sind für Menschen giftig, für Vögel aber Winterfutter.
Feldahorn und gemischte Hecken
Der Feldahorn, Acer campestre, ist ein heimischer, sehr anspruchsloser Heckenbaum. Er verträgt Hitze, Trockenheit und Stadtklima gut und gilt deshalb als zukunftsfähige Heckenpflanze. Er wächst 30 bis 50 cm im Jahr und leuchtet im Herbst goldgelb.
Wer mehr Platz hat, kann eine frei wachsende Mischhecke aus Wildsträuchern wie Kornelkirsche, Weißdorn, Hasel, Schlehe und Wildrosen pflanzen. Sie braucht 2 bis 3 m Breite, bietet aber den größten Nutzen für Vögel und Insekten.
Kritische Kandidaten: Thuja und Kirschlorbeer
Lebensbaum und Kirschlorbeer sind weit verbreitet, weil sie schnell dichten, immergrünen Sichtschutz bilden. Beide haben jedoch Nachteile. Thuja verträgt keinen Rückschnitt ins alte, nadellose Holz, leidet zunehmend unter Trockenheit und bietet heimischen Tieren wenig Nahrung. Kirschlorbeer ist ökologisch ebenfalls wenig wertvoll, verbreitet sich über Vögel in Wälder und gilt in Teilen Mitteleuropas als invasiv. In der Schweiz ist der Verkauf seit September 2024 verboten. Beide Arten sind giftig.
Die Arten im Überblick
- Hainbuche: laubabwerfend mit trockenem Winterlaub, 30 bis 50 cm Zuwachs, Sonne bis Schatten.
- Rotbuche: laubabwerfend mit trockenem Winterlaub, 20 bis 40 cm Zuwachs, kein nasser Boden.
- Eibe: immergrün, 10 bis 20 cm Zuwachs, sehr schattenverträglich, giftig.
- Liguster: wintergrün, 30 bis 50 cm Zuwachs, trockenheitsverträglich, insektenfreundlich.
- Feldahorn: laubabwerfend, 30 bis 50 cm Zuwachs, sehr hitzeverträglich.
- Thuja und Kirschlorbeer: immergrün, schnell, ökologisch wenig wertvoll.
Pflanzung und Schnitt
Wurzelnackte Heckenpflanzen setzen Sie von Mitte Oktober bis Ende November oder im März. Für eine Hecke aus 60 bis 100 cm hohen Pflanzen rechnen Sie bei Hainbuche, Rotbuche, Liguster und Feldahorn mit drei bis vier Pflanzen pro laufendem Meter. Bei Eiben reichen je nach Größe zwei bis drei. Heben Sie einen durchgehenden Pflanzgraben von etwa 40 cm Breite und Tiefe aus und spannen Sie eine Schnur für eine gerade Linie.
Schneiden Sie laubabwerfende Pflanzen direkt nach dem Pflanzen um ein Drittel zurück. Das fördert die Verzweigung von unten. Eine Hecke sollte später trapezförmig geschnitten werden, also unten breiter als oben, damit auch die Basis Licht erhält.
Beachten Sie das Bundesnaturschutzgesetz: Vom 1. März bis 30. September sind starke Rückschnitte und das Roden von Hecken verboten. Schonende Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt, sofern keine Vögel brüten. Den ersten Formschnitt machen Sie am besten Ende Juni, wenn der erste Austrieb abgeschlossen ist. Die Grenzabstände regeln die Nachbarrechtsgesetze der Bundesländer. Häufig gilt für Hecken bis 2 m Höhe ein Abstand von 50 cm zur Grenze.
Das Wichtigste in Kürze
- Hainbuche und Rotbuche halten trockenes Laub im Winter und sind sehr schnittverträglich.
- Eibe ist die beste heimische immergrüne Wahl, wächst aber langsam.
- Liguster und Feldahorn sind robust, trockenheitsverträglich und ökologisch wertvoll.
- Thuja und Kirschlorbeer bieten heimischen Tieren wenig und sind giftig.
- Pflanzzeit Mitte Oktober bis Ende November, drei bis vier Pflanzen pro Meter.
- Starke Rückschnitte nur vom 1. Oktober bis 28. oder 29. Februar.
