Blumen & Stauden

Rosen winterfest machen in vier Schritten

Anhäufeln, abdecken, richtig düngen und schneiden: Mit vier Schritten bringen Sie Beetrosen, Stammrosen und Kübelrosen sicher durch den Winter.

Pflegen

Zeitraum: Oktober, NovemberJFMAMJJASOND

Sophie Wernicke

6. Oktober 2026

3 Min. Lesezeit

Rosa Rosen im Garten

Die meisten Gartenrosen sind in Mitteleuropa ausreichend winterhart. Gefährdet ist vor allem die Veredlungsstelle, an der die Edelsorte auf die Unterlage gesetzt wurde. Erfriert sie, stirbt die Sorte ab, und nur die Wildunterlage treibt wieder aus. Zusätzlich schaden Wintersonne und Frosttrocknis den Trieben. Mit vier Schritten schützen Sie Ihre Rosen zuverlässig.

Schritt 1: Die Vorbereitung beginnt im Sommer

Damit Rosentriebe vor dem Winter ausreifen und verholzen, darf die Pflanze ab Juli keinen stickstoffbetonten Dünger mehr erhalten. Die letzte Düngung mit Volldünger oder Hornspänen erfolgt Ende Juni bis Anfang Juli. Später gedüngte Rosen bilden weiche Triebe, die im Winter erfrieren.

Eine Kaligabe Ende August stärkt dagegen das Gewebe und erhöht die Frosthärte. Etwa 20 bis 30 g eines kaliumbetonten Düngers pro Quadratmeter reichen aus.

Achten Sie auch auf die Wasserversorgung. Ein trockener Herbst schwächt Rosen, weil sie mit leeren Reserven in den Winter gehen. Gießen Sie bei anhaltender Trockenheit im Oktober durchdringend mit etwa 10 Litern pro Pflanze.

Entfernen Sie im Herbst außerdem Laub mit Sternrußtau oder Rosenrost vom Boden und aus der Pflanze. Die Pilzsporen überwintern sonst auf den Blättern und befallen im Frühjahr den Neuaustrieb.

Schritt 2: Anhäufeln

Das wichtigste Schutzmittel für Beet- und Edelrosen ist das Anhäufeln. Häufeln Sie die Rosenbasis etwa 15 bis 20 cm hoch mit lockerer Gartenerde oder Kompost an. So liegt die Veredlungsstelle sicher im Boden geschützt.

Der richtige Zeitpunkt ist Anfang bis Mitte November, nach den ersten leichten Frösten. Häufeln Sie zu früh an, kann es unter der Erde zu Fäulnis kommen. Verwenden Sie keine Erde aus dem Rosenbeet selbst, da Sie sonst die Wurzeln freilegen. Rindenmulch und Torf eignen sich ebenfalls nicht: Rindenmulch hält zu viel Feuchtigkeit und kann das Holz schädigen.

Zusätzlich legen Sie Nadelholzreisig über die Triebe. Es beschattet die Rinde, verhindert Frostrisse durch starke Temperaturschwankungen und hält Schnee fest, der zusätzlich isoliert.

Schritt 3: Stammrosen und Kübelrosen schützen

Bei Stammrosen sitzt die Veredlungsstelle oben unterhalb der Krone. Sie ist deshalb besonders frostgefährdet. So gehen Sie vor:

  1. Stopfen Sie die Krone locker mit Stroh oder Reisig aus.
  2. Hüllen Sie die Krone in Jutesäcke oder ein Wintervlies.
  3. Binden Sie die Hülle unten am Stamm locker zusammen.
  4. Verwenden Sie niemals Plastikfolie. Darunter staut sich Feuchtigkeit, und es bilden sich Fäulnis und Pilzbefall.

Kübelrosen sind stärker gefährdet als ausgepflanzte Rosen, weil der Wurzelballen von allen Seiten durchfrieren kann. Stellen Sie den Kübel an eine geschützte Hauswand und auf eine isolierende Unterlage aus Holz oder Styropor. Umwickeln Sie das Gefäß mit Kokosmatten, Jute oder Luftpolsterfolie und decken Sie die Erdoberfläche mit Laub oder Reisig ab. Gießen Sie im Winter an frostfreien Tagen sparsam, damit der Ballen nicht austrocknet.

Kletterrosen schützen Sie, indem Sie Reisig zwischen die Triebe stecken oder die Pflanze mit Schattiergewebe abdecken. Die Basis wird wie bei Beetrosen angehäufelt.

Schritt 4: Richtig schneiden

Den Hauptschnitt erhalten Rosen im Frühjahr, wenn die Forsythien blühen, in der Regel im März oder April. Im Herbst schneiden Sie nur zurückhaltend. Ein starker Herbstschnitt regt neuen Austrieb an, der nicht mehr ausreift, und vergrößert die Schnittflächen, über die Frost ins Holz eindringen kann.

Im Oktober und November kürzen Sie lediglich überlange Triebe, die im Wind schwanken und den Wurzelballen lockern könnten. Entfernen Sie außerdem abgeblühte Blütenstände und eindeutig kranke Triebe. Hagebutten von ungefüllten Strauchrosen lassen Sie stehen, sie sind ein wichtiges Winterfutter für Vögel.

Ein häufig unterschätztes Problem ist die Frosttrocknis. An sonnigen Wintertagen verdunsten die grünen Triebe Wasser, während der Boden gefroren ist und die Wurzeln keinen Nachschub liefern. Die Triebe vertrocknen dann, obwohl sie gar nicht erfroren sind. Reisig und Schattierung beugen vor. Gießen Sie bei längerer Trockenheit an frostfreien Tagen.

Im Frühjahr, sobald keine starken Fröste mehr drohen, ziehen Sie die angehäufelte Erde wieder ab und verteilen sie im Beet. Entfernen Sie dann auch Reisig und Vlies.

Das Wichtigste in Kürze

  • Letzte Stickstoffdüngung Ende Juni bis Anfang Juli, Kaligabe Ende August.
  • Herabgefallenes, krankes Laub entfernen.
  • Anfang bis Mitte November 15 bis 20 cm hoch mit Erde oder Kompost anhäufeln.
  • Triebe mit Nadelholzreisig gegen Wintersonne schützen.
  • Stammrosenkronen in Jute oder Vlies hüllen, nie in Folie.
  • Kübel isoliert an die Hauswand stellen.
  • Im Herbst nur leicht schneiden, Hauptschnitt zur Forsythienblüte.
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